Predigten - Kirchenbezirk Aue

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Andacht für zu Hause 

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Andacht zur Jahreslosung 2020 in Zeiten von Corona

(Pfrn. i.R. K. Knoch, Zwönitz)


 

„Ich sage zu dem Engel, der an der Pforte des neuen Jahres stand:

Gib mir ein Licht, damit ich sicheren Fußes 

der Ungewissheit entgegengehen kann!“

Aber er antwortete:

„Gehe nur hin in die Dunkelheit und lege deine Hand 

in die Hand Gottes. 

Das ist besser als ein Licht und sicherer als ein bekannter Weg.“

Ein Glück, dass es diese Hand gibt und Engel, die mir sagen,

was richtig und wichtig ist.

Du weißt nicht, was kommt, 

du weißt nicht, wer geht.

Aber du bist gewiss: Wer dich hält und dich trägt

auch über Abgründe hinweg

(H.D.Hüsch und U.Seidel)

 

Nichts ist für uns Menschen schlimmer als Ungewissheit. 

Was wird werden? 

Was wird noch auf uns zukommen? 

Ohnmächtig warten wir auf das was im Ungewissen vor uns liegt. 

Nachrichten und Gerüchte überschlagen sich, Angst macht sich breit. 

Werden ich und meine Lieben infiziert? Wie kann man sich schützen? 

Werde ich als kleines Geschäft, kleiner Betrieb überleben?

Wird es meine Medikamente, auf die ich angewiesen bin, bald nicht mehr geben? 

Wir waren doch so sicher! 

Wir waren es doch gewöhnt alles zu jeder Zeit zu bekommen! 

Nichts macht uns mehr zu schaffen als die Ungewissheit und die Ohnmacht nichts tun zu können. 

Natürlich können wir etwas tun, persönliche Hygiene, Abstand halten, keine unnötigen Kontakte und die Regeln einhalten. 

Da übernehme ich Verantwortung mir selbst gegenüber und meinem Nächsten. 

Dennoch gibt es keine letzte Sicherheit. 

Lege deine Hand in Gottes Hand. Seine Hand in die Hand eines anderen legen, heißt sich ihm anzuvertrauen. Das ist ein Risiko. 

Menschen hätten gerne alles selber in der Hand. Sie wollen selbst-bestimmt und niemandem verantwortlich sein. 

Wer sich Gott anvertraut, weiß auch nicht was auf ihn zukommen wird. 

Seine Hand in Gottes Hand legen fordert viel Vertrauen. 

An Gottes Hand festhalten bietet Sicherheit und Halt in allem Unbe-kannten.

An Gottes Hand zu bleiben ist nicht immer einfach, besonders dann, wenn alles so ganz anders kommt. 

„Ich glaube, hilf meinem Unglauben.“ (Markus 9,24) lautet die Jahreslosung. 

Sicher kennen Sie dieses Hin- und Her im Leben und im Glauben.

Manchmal ist man sicher und getrost.

Manchmal fühlt man sich Gott so nahe.

Manchmal sagt man sich mein HERR Jesus Christus, der alles Leid selber kennt, steht mir zur Seite.

Das habe ich in meinem Leben schon oft erfahren.

Manchmal kommen aber auch die Angst und die Zweifel.

Manchmal scheint Gott so weit weg.

Manchmal kann ich seine Liebe und seine Barmherzigkeit nicht erkennen.

Manchmal kann ich Gott nicht begreifen. 

Manchmal habe ich ihn auch nicht gebraucht, als es mir gut gegangen ist. 

Nun stehen wir vor einer Situation, die wir nach 1945 geborenen nicht kannten.

Was gibt uns Kraft, was stärkt unseren Glauben, was hält und trägt in schwerer Zeit? 

Wir wissen nicht was kommt. Wir wissen nicht wer geht. 

Ob mit oder ohne Corona wir haben unser Leben nicht in der Hand.  Es liegt in Gottes Hand.

Beten wir, dass wir darauf vertrauen können.

Beten wir für die, die krank sind und im Sterben liegen 

und für ihre Angehörigen. 

Beten wir für die, die jetzt Entscheidungen treffen müssen.

Bitten wir um Vernunft und gesundem Menschenverstand im Umgang mit dieser Krise.

Bitten wir um Gottes Erbarmen und um SEINE Hilfe.

 

Ihrer Karin Knoch (Pfrn.i.R)

 

 

 

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Passionsandacht zur Woche zur vor Sonntag Judika 29.3.2020

(Pfr. Lippky, Bockau)


Lied: EG 88, 1-3 Jesu, deine Passion

1.      Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken;

         wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken.

         In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen,

         wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen.

 

2.      Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande,

         deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande,

         deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden,

         deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden.

 

3.      Aber lass mich nicht allein deine Marter sehen,

         lass mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen.

         Ach die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde:

         diese hat gemartert dich, dass ich Gnade finde.

         Text: Sigmund von Birken 1663

 

 

Den biblischen Text lesen wir bei 4. Mose 21, 7-9:
Das Volk kam zu Mose und sprach: Wir haben gesündigt, als wir gegen Gott und gegen dich geredet haben. Bitte den HERRN, dass er die Schlangen wieder von uns nimmt. Da bat Mose für das Volk.
Und der HERR sprach zu Mose: Mach dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen worden ist und sieht das Bild der ehernen Schlange an, der soll leben.
Da machte Mose eine eherne Schlange und richtete sie hoch auf. Und wenn jemanden eine Schlange biss, so sah er die eherne Schlange an und blieb leben.

 

Liebe Gemeinde,
Dieser Text aus dem 4. Buch Mose ist uralt, wenn wir bedenken, dass der Auszug aus Ägypten etwa um das Jahr 1250 v. Chr. stattgefunden hat.
So alt aber der Text ist, so menschlich wird auch berichtet von der unvorstellbaren Hilflosigkeit der Menschen jener Zeit gegen Krankheiten und Unfälle, die nicht selten als Schicksalsschläge oder auch als göttliche Strafen erklärt wurden.
Dafür könnte die vorliegende Erzählung des Mose ein gutes Beispiel sein; denn es wird beschrieben, wie die Wüstenwanderer eine lebensbedrohliche Schlangenplage als Strafe für ihre Auflehnung gegen Mose und gegen Gott einschätzten, so dass sie später reumütig zu ihrem Anführer Mose kamen und ihn baten, er möge Gott um Hilfe anrufen.
„Und der HERR sprach zu ihm: Mach dir eine eherne Schlange und richte sie an einer Stange hoch auf. Wer gebissen worden ist und sieht das Bild der ehernen Schlange an, der soll nicht sterben, sondern leben.“

Uns ist diese alttestamentliche Geschichte heute unter dem Gesichtspunkt des Wochenspruchs gegeben: „Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“
„Erlösung“ – dieses Wort ist der Vergleichspunkt, der für uns wichtig ist:
Bei Mose: Erlösung von der tödlichen Schlangenplage; und bei Jesus Christus: Erlösung von einer gottvergessenen Lebensart, die keinen Frieden bringt.
Besonders das Johannesevangelium sieht eine Analogie zwischen dem alten Erfahrungsbericht aus der Mosezeit und dem Christusgeschehen, wenn wir lesen: „Wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss auch der Menschensohn erhöht werden, damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben“ (Joh 3, 14), womit Johannes die Aufrichtung des Kreuzes von Golgatha meint.
Auch im Hebräerbrief findet sich ein Anklang an die Erzählung von der ehernen Schlange, zu der man für seine Rettung aufsehen musste, wenn der Verfasser schreibt: „Lasst uns aufsehen auf Christus, den Anfänger und Vollender unseres Glaubens.“ (Hebr. 12, 2)
Wir brauchen keine magischen Wunderbilder, wie es die eherne Schlange in der Mosezeit gewesen ist. Wir freuen uns, dass den Israeliten seinerzeit in einer besonderen Notlage Hilfe geschenkt wurde von höherer Hand durch ein heilsames Zeichen.
Was wir aber brauchen, ist nichts anderes, als dass wir das Bild unseres HERRN Jesus Christus im Herzen tragen und unsere Hoffnung ganz auf ihn setzen. Sein Opfer für die Vergebung unserer Gottesferne erlöst vom ewigen Tod. Der 1. Johannesbrief sagt: „Wer Jesus Christus hat, der hat das Leben.“ (1. Joh 5, 12) AMEN

Der Friede Gottes, welcher höher ist als all unsere Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem HERRN.

AMEN

Gebet:
HERR, unser Gott, himmlischer Vater, wir danken dir, dass du deinem Sohn die Kraft und Geduld gegeben hast für seinen Weg nach Jerusalem. 
Schenk auch uns Kraft und Geduld für den Weg der Nachfolge, dass wir unser Herz nicht an irdisches Hab und Gut binden, sondern in Freud und Leid Glauben halten und treu bei Jesus bleiben, unserm HERRN.
AMEN


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Passionsandacht zur Woche vor Judika 29.3.2020

(Pfr. Thomas Lisske, Bernsbach)


Sonntag Judica – Gott, schaffe mir Recht

 

Liebe Leser, 

so beginnt Psalm 43, mit dem wir beten können: Führe meine Sache. Errette mich. Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten. 

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott, denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist. Amen

 

Der Predigttext steht im Hebräerbrief, Kapitel 13, 12-14.

„Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. So lasst uns zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir.“

 

Ein gutes Wort soll heute in ihr Haus kommen – ein hoffnungsvolles, tröstendes Wort. 

Die ganze Welt ist im Krisenmodus, wie seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr. Auf einmal ist alles anders, unsicher. Einsamkeit macht sich bei manchen breit. Andere stoßen an die Grenzen ihres physischen und psychischen Vermögens, um in der Not für andere dazu sein.  Vieles macht uns Angst. Aber auf einmal ist auch ganz viel möglich an schnellen politischen Entscheidungen, an gegenseitiger Hilfe. 

Und mehr und mehr fragen sich Menschen vielleicht: Was hält mich, trägt durch diese Zeiten. Was hat der Schöpfer vor? Was hält sein Bauplan für das Leben in solchen Krisenzeiten für Lösungen bereit? 

Wenn am Sonntag Gottesdienst sein könnte, würden wir das obenstehende Wort bedenken. 

„Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die Zukünftige suchen wir.“ Das soll helfen? Werden wir nicht schon oft genug in diesen Tagen an den Tod erinnert. 

In dem Wort aus dem Hebräerbrief geht es gar nicht um den Tod, sondern um die Suche nach Zukunft. Dieses Auf- und Weiterblicken soll unser Leben bestimmen. 

Jesus hat dazu die Last, die uns niederdrückt, weggenommen – durch sein Leiden, sein Kreuz. Er hat uns aufgehoben, geheiligt – in die Familie Gottes gestellt.  So sind wir nicht allein. Darauf darf ich mich gründen in diesen Tagen, dieser Zeit, die so flüchtig erscheint. 

Doch mein Bauplan sieht mehr Leben vor als ich in dieser begrenzten Zeit hier erfahren kann.  

Wenn ich eine „Bleibe“ habe, einen Ort, wo ich bleiben kann, gehen in meinen Gedanken Türen auf: Da kommt noch was. Unser Blick weitet sich. 

Nichts bleibt wie es ist. Wo alles zu Ende scheint, ist Neues zu erahnen – jetzt und hier und in Gottes neuer Welt. 

Wir bleiben nicht stehen. Wir suchen Zukunft. Denn: Wir haben hier keine bleibende Stadt, keine Bleibe – aber die Zukünftige suchen wir. 

Der Baumeister des Lebens hat schon eine Bleibe für uns vorbereitet. Unser Sorgen und Ängste können wir ihm Hinhalten. Meine Zeit steht in seinen Händen.

Das, was uns niederdrückt, wird aufgehoben in einen Neuanfang hinein. Das kann die Zeit nach Corona sein – vielleicht eine Zeit, wo wir unser Gemeinschaftsgefühl – und vielleicht auch Gott wiedergefunden haben. 

Und dann heißt es wieder anpacken, weiter mit Christus und für Christus unterwegs sein, Beziehungen pflegen, Gott danken und all den Menschen, die mitgeholfen haben, diese Krise zu überwinden. Danke für die Zukunft, die Gott uns eröffnet. 

Jesus Christus selbst hält uns die Tür auf in die Zukunft. 


Bleiben Sie behütet und gesund! Herzliche Grüße aus dem Bernsbacher Pfarrhaus.                          

Pfr. Thomas Lißke   


Holz auf Jesu Schulter, von der Welt verflucht, ward zum Baum des Lebens und bringt gute Frucht.

Wollen wir Gott bitten, dass auf unsrer Fahrt Friede unsre Herzen und die Welt bewahrt.

 

Hart auf deiner Schulter lag das Kreuz, o Herr, ward zum Baum des Lebens ist von Früchten schwer. 

Kyrie eleison, sieh wohin wir gehen. Ruf uns aus den Toten lass uns auferstehn.          Evangelisches Gesangbuch Nr. 97 

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Weite Andachten und Videos finden Sie zum Beispiel unter: 


https://www.kirche-schwarzenberg.de/index.html

https://www.youtube.com/watch?v=9Z9s5D5TY7Q

https://www.youtube.com/watch?v=vvRUgXy8ECQ






 
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