Ostern in unseren Wohnungen

Wir grüßen Sie mit dem Ostergruß der Christen. „Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!“ 

Ostern feiern wir in diesem Jahr in unseren Wohnungen und Häusern. Vielleicht kommen Ihnen diese Umstände auch so befremdlich vor wie mir, irgendwie unpassend. Aber mir fallen da die Jünger Jesu ein. Johannes schreibt von ihnen: „Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite, da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.“ Bisher hatten sie nur von denen, die am Grab waren, gehört, dass es leer sei. Selbst Petrus konnte mit dieser Meldung nichts anfangen. Zu ihrer Trauer kam Ratlosigkeit hinzu und die Angst davor, angezeigt und verfolgt zu werden. Da tritt Jesu selbst in die Mitte der Jünger. Verschlossene Türen halten ihn nicht auf, wie auch das Grab ihn nicht aufhalten konnte, wo doch das Grab eigentlich die verschlossenste aller Türen ist. „Heut schließt er wieder auf die Tür“, heißt es in einem Weihnachtslied. Aber auch Ostern wird eine verschlossene Tür geöffnet: die Tür zum Leben. Unser totgeglaubter Herr ist auferstanden. Jesus lebt. Das verändert die Welt und die Wirklichkeit: aus Trauer wird Freude, aus Hoffnungslosigkeit wird Zuversicht. Und in ein Leben, in dem Angst vor Krankheit und Tod regiert, kommen Gelassenheit und Trost. 

Als die Jünger ihren auferstandenen Herrn sahen, wurden sie froh. So kommt der Auferstandene auch zu uns. Es ist nicht die Kraft der Erinnerung, die unseren Glauben lebendig erhält. Jesus ist heute lebendig und kommt in unser Leben hinein. Unsere Osterkerze ist ein Symbol dafür, dass er bei uns ist. Durch seinen Geist ist er wirklich da – er kommt zu uns in unsere Wohnungen, die wir in diesem Jahr nur ausnahmsweise verlassen dürfen. Christus hält keine Mauer auf. Und so ist er als der Sieger über den Tod auch bei uns und bei denen, die allein sind, bei den Menschen in den Pflegeheimen, den Pflegenden und den Bewohnern. Er ist als der Sieger über den Tod bei denen, die im Sterben liegen und bei denen, die um sie trauern. Und er ist bei uns, wenn uns die Umstände des Osterfestes in diesem Jahr bedrücken. Froh wurden die Jünger, als sie den Herrn sahen. So wird er sich auch uns zu erkennen geben, damit wir ebenfalls Freude erfahren und Hoffnung schöpfen können. Der Tod ist besiegt. Und das gilt auch für alles, was nach Tod riecht und uns in Angst versetzt. Amen. 

Gebet:

Lebendiger Gott, du hast durch die Auferstehung Jesu dem Tod die Macht genommen und lässt heute aller Welt das Heil verkünden: Nimm Kleinglauben und Zweifel von uns und lass uns in das Osterlob aller Menschen einstimmen, wenn sie bezeugen, dass Jesus von den Toten auferstanden ist. Amen.

Segen:

Es segne und behüte uns der allmächtige und barmherzige Gott: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

(D. Bankmann, Aue)